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Ausstellung: Kindertod – Wenn das Leben nicht zu(m) Leben kommt

Flyer Kindertod

Am 7. Mai 2010 eröffnet um 11 Uhr auf dem Leitfriedhof Nürnberg eine Ausstellung, die den Umgang mit dem Tod von Kindern thematisiert. Die Präsentation „Kindertod – Wenn das Leben nicht zu(m) Leben kommt“ versteht sich als innovativer Ansatz zur Trauerhilfe für verwaiste Eltern und ist hervorgegangen aus einem Workshop des Gestaltungskreis Bayern mit der Gruppe 21 Baden-Württemberg. Eingebettet ist das Konzept in die Gegebenheiten des Südfriedhofs, der als zeitgemäßer Begräbnisplatz auch respektierter Bereich der Ruhe, der Besinnung und Begegnung ist.

Der Grundgedanke der Präsentation richtet sich ganz auf den seelischen Zustand betroffener Eltern aus. Er basiert auf der Schaffung realer, visionärer und spiritueller Räume, die in ihrer auf das verstorbene Kind Bezug nehmenden Ausgestaltung Gelegenheit zur Trauerverarbeitung bieten sollen.

Als Ort des Grabes ist der begehbare Bestattungsraum durch ein Zeichen kenntlich gemacht. Der Meditationsraum zeichnet sich als Ort des Verweilens gleichsam als spiritueller Ort aus. Und schließlich ermöglicht der Ritualraum das Ablegen von Gedenkgaben und spielt damit eine wichtige Rolle in der Aufarbeitung des Verlustschmerzes.

Die Umsetzung dieses Konzeptes erfolgte unter Berücksichtigung der räumlichen Situation auf dem Nürnberger Leitfriedhof. Durch Gewebebahnen kenntlich gemache Liniensysteme markieren die virtuellen Räume. Durch sensible Betonung schließen sich die im Baumbestand vorgefundenen Vertikalen optisch mit den in der Natur vorgegebenen Horizontalen zu einem linearen System zusammen. Symbolische Zeichen verweisen in Form und Gestalt auf das verstorbene Kind und Ablage- und Sitzgelegenheiten ermöglichen das Verweilen. Das Bestattungsfeld wird somit für den sich mental öffnenden Besucher zum umfassenden Raumerlebnis.

Das Projekt wurde eigens für den Nürnberger Leitfriedhof konzipiert und ist durch seinen individuellen Zuschnitt in gleicher Form nicht auf andere Orte zu übertragen. Begleittexte und Betreuung zur Ausstellung erfolgen durch die Mitglieder der Gestaltungsgruppe. Als temporäre Ausstellung steht die Präsentation auf dem Leitfriedhof Nürnberg dem interessierten Besucher bis 12. Dezember 2010 offen.

Mit der Präsentation unterschiedlichster Grabzeichen und Grabstätten in naturnaher Umgebung gilt der Leitfriedhof Nürnberg seit 1981 als beispielhaft für das Totengedenken im urbanen Umfeld. In Zusammenarbeit mit Fachleuten stellt das Kuratorium regelmäßig neue Konzepte vor, die dazu beitragen, die innerstädtische Friedhofskultur weiter zu entwickeln. Dem Besucher zeigt sich hier das ganze Spektrum anspruchsvoller Grabstättengestaltung.

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Verfasst von rhagen am 4. Mai 2010 - 14:52.